Meine Begegnungen Teil 1
Meine Begegnungen……mit SternenDeutern Muskatmühlenherstellern, Äxtemachern, Spinnerinnen, Natur Sammlern und anderen Lebenskünstlern.
Claudias Seefahrt der besonderen Art im Jahr 2023 .
Wenn man zehn Jahre keine eigene Reise mehr unternommen hat und nur virtuell bei anderen dabei war, ist es eine Herausforderung der besonderen Art, auf die Idee zu kommen, in Etappen von Nord nach Süd und wieder zurück zu reisen und dabei so viele Leute wie möglich zu treffen und zu sehen.
Die Idee, war zusammen mit meinem Sohn Andreas schnell geboren.
Ich habe so lange lieben Freunden und Verwandten, mein Kommen zugesagt, aber das Leben hat oft einige andere Ideen und Wege für einem vorgesehen.
Durch die Erkrankung meines Mannes und den schweren Schlaganfall war meine letzte Reise in der Osterzeit 2014 drei Tage nach Rom. Wir wollten uns den Segen des Papstes noch vor der OP holen und ganz nah am Vatikan sein, näher geht es nicht. Das Paolo || lag direkt am Vatikan und am Abend war man auf der lauschigen Dachterrasse bei einem Cocktail mit allen heiligen Figuren im halbrund auf einer Stufe. Danke!
Nun hatte mir eine polnische Pflegerin im März 2023 zugesagt, meinen Mann während meiner 14-tägigen Abwesenheit zu versorgen. „ Frau Schäfer, so ihre Worte, ich komme 100 %. „Wer nicht kam, war sie!!! So Ohne Worte! Sie kam einfach nicht und war nicht mehr zu erreichen! Meine Nerven waren zum zerplatzen, angespannt. Was tun? Die Anspannung zeigte sich an meiner Lendenwirbelsäule, so extrem, dass ich beim Atmen nur noch stöhnte. Ich rief Shariah, meine Freundin und Ärztin an. Oliver, Freund, Heilpraktiker und Arzt, hörte das Gespräch laut mit und versprach, gleich bei mir vorbei zu kommen und mich zu behandeln.
So hörte er sich mein Problem an: „ Du kannst nicht in Urlaub fahren? Du hast niemanden? Aber ich bin doch Netzwerker.“! Er nahm sein Handy, und das war das Ergebnis: Jamila und Marc wollen sich die Versorgung teilen, und ich kann reisen!!! Welch eine Freude! Ich lernte sie kennen, sie waren quasi Nachbarn und sie waren mir sofort symphatisch. Sie waren bereit, buchstäblich ins“ kalte Wasser“ zu springen! Danke, Oliver😘
Nicht unerwähnt darf sein: Olivers Behandlung war so erfolgreich, dass ich am nächsten Tag keine Schmerzen mehr hatte. Nochmals Dankeschön dafür, Oliver…
Zwei Tage später saß ich bei Andreas im Auto, und wir fuhren gen Süden nach Wiesbaden! Dort wartete schon ganz aufgeregt, die kleine Mila Louisa mit ihren Eltern, Luana und Christian auf uns.
Noch mal das neue schöne Haus anschauen! Im Garten Sonnen und was lecker gegrilltes essen ….. mit Mila spielen…
– dann ging die Reise schon weiter nach Bretten ins Land der 100 Hügel – dem Kraichgau.
Dort hatte ich mir in ein Hotelzimmer für drei Tage genommen, und gleich ging’s dann auch in Neibsheim vorbei! Die Straße, wo Günthers Elternhaus stand, war schnell gefunden und spontan klingelten wir bei Annette und Helge. Ja, Sie hatten kurz Zeit, bis sie ihre Tochter in der Pfalz besuchen wollten, und zeigten uns Helges Drechselwerkstatt, die sich in der alten ehemaligen Scheune befand. Und was hing über der Scheunentür? Ein liegender Engel von mir!
Claudia testet leckere ‘‘Bio Produkte’’ aus der Gegend.
Helge schenkte mir spontan eines seiner Arbeiten. Es war eine gedrechselte Kugel. Wir machten einen kleinen Erinnerungsfilm für Günther und besuchten dann das Wohnhaus. Auch in der Küche fand ich gleich ein Bild von mir in abstrakt. Schön, seine“ Kinder“ wieder zu sehen.
Andreas und mich zog es zum alten Garten, der auf einem großen Hügelgrundstück mitten im Dorf, aber in vollkommener Abgeschiedenheit liegt. Auch da drehte ich für Günther ein kleines Video. Der Garten hat alles, was man sich so wünschen kann: Blumen, Kräuter, Gemüse, Grillplatz Mit Hängematte und so weiter. Alles wirkte auf uns so friedlich und ruhig.
„Aber nun müssen wir los!“ Wir hatten unseren nächsten Termin in Bretten bei Liane und Hans-Georg.
Das Haus von Liane und Hans Georg kannte ich schon aus früheren Besuchen und ich war gespannt , wie es nach der großen Renovierung aussehen wird. Sehr schön ist es geworden mit all den neuen schönen Böden, den überall zu findenden guten „Hölzern“ , die eine schöne Atmosphäre erzeugen. Schon beim Hereinkommen hörten wir aus der Werkstatt ein Hämmern.
Und wir trafen dort Marbod an, den Sohn von Liane und Hans Georg. „Wollt ihr mal schauen?“„Ja klar, was machst Du hier“? Marbod zeigte uns dann sein Hobby! Denn er macht - wie außergewöhnlich…handgefertigte Äxte . Aber wie soll es bei dieser Familie auch anders sein, wo jeder einfach „ein bisschen“ anders ist?
Wir kamen aus dem Staunen nicht heraus, als er uns die unterschiedlichen Stiele erklärte. Interessant, genau wie bei Helge, die Arbeit mit Holz. Vater und hier Großvater waren Wagner und Schreiner. Natürlich trafen wir auch noch auf seine Frau Jessika und seine beiden Kinder, die Anna und die Maria.
Im Hause Leonhardt wartete man in der Zwischenzeit natürlich schon auf uns!!!Hans Georg hat viele Hobbys, und sie sind so speziell, dass man fast ehrfürchtig wird. Inzwischen auch ein siebziger, sammelte er sein ganzes Leben seltene Steine, fotografiert vom Aussterben bedrohte Kleintierarten und sehr seltene Blumen und Pflanzen. Ein Naturschützer also, der immer weiß, wo gerade eine seltene Blume blüht. Vorsichtig nähert er sich, macht seine Aufnahmen und geht rückwärts zurück, um ja kein Hälmchen zu zertreten. Hans-Georg ist auch Astronom, und alles in seinem Haus erinnert an seine Sammelleidenschaft. Einige seiner astronomischen Berechnungen zum Thema Kosmos und Gestirne wurden in einem Buch gedruckt.
Gerne wollte er mir in seinem Computer seine Aufnahmen zeigen…….
Ich versprach, Hans Georg am nächsten Tag wieder zu kommen, da Liane für uns beim Griechen einen Tisch bestellt hatte. Aber gerade als wir zum Auto gingen, kam ein riesiger Regenguss auf uns nieder!
Ziemlich nass geworden, kamen wir im Restaurant an und ein netter junger Kellner führte uns zu Tisch. Alle hatten plötzlich Hunger!
Das Essen war köstlich und reichlich und so gestärkt, hatte Andreas die spontane Idee, die Nacht
in Basel zu verbringen und morgen über Frankreich nach Hause zu fahren….
Am nächsten Morgen holte mich Klaus vom Hotel ab. Klaus ist der Ehemann von Gabriele und Gabriele ist die Tochter von Brigitte, Günthers Schwester ,die leider vor nicht allzu langer Zeit verstorben ist.Die beiden haben in Gondelsheim ein hübsches Haus mit Garten und dass Gabriele Bibliothekarin war, konnte man im Haus anhand der vielen Bücher überall sehen. Es gab was leckeres zu frühstücken und wir erzählten über unsere Familien.
Ich fand auch gleich an den Wänden einige Exponate von mir! Schön, auch diese Bilder waren aus meiner Erinnerung verschwunden und ich freute mich sie wiederzusehen. Sie waren noch aus meiner abstrakten Phase!
Gabriele und Klaus freuten sich sehr über meinen sonntäglichen „ Überfall“ und gleich waren wir im Gespräch, und ich berichtete von meinen Neuigkeiten. Auf dem Tisch stand ein gerahmtes Bild, was Günther mich und seine verstorbene Schwester Brigitte zeigte. Wir waren traurig, aber dann lachten wir auch wieder. Danke, dass ihr beide Zeit für mich hattet!
Später fuhren sie mich nach Bretten zu Liane und Hans Georg zurück, über einen kleinen Umweg, nämlich zu Irmgard Anna, eine der Schwestern von Günther.
Wir trafen dort auch Achim an, einer der Söhne von Irmgard, der dabei war, seine Mutter zu einer Geburtstagsfeier abzuholen. So konnte ich auch noch Achim nach langer Zeit Wiedersehen.
Achim betreibt in seiner Freizeit Bogenschiessen und ist KleintierZüchter . Auf dem Tisch lagen schon die Geburtstagsgeschenke und wir wollten die beiden auch nicht länger aufhalten.
Ja, und was hängt im Esszimmer: ein Bild von mir, was ich immer noch sehr mag: „Herz in Balance“.
Der Sonntag war Liane und Hans Georg gewidmet. Liane, die Nichte von Günther, war Lehrerin an einer Waldorfschule ,hauptsächlich im Bereich Handarbeit, und sie hat ein außergewöhnliches Gedächtnis für Lieder und Prosa . Ein reicher Schatz an Liedern und Gedichten, die sie alle auswendig kennt! Sie betreut ihren Ehemann, Haus, Garten und ihre Enkelkinder und kümmert sich nebenbei auch noch um kranke/und/oder alte Menschen.
Liane ist Eurythmistin. Das ist eine Bewegungskunst, die aus dem anthroposophischen kommt, wo sie in Bretten auch Kurse dazu anbietet.
Liane hatte damals im Rathaus in Köln Lindenthal zu einer Engelausstellung von mir getanzt. Schön anzusehen mit diesen langen Gewändern und Tüchern, die ihre Bewegungen noch erfahrbarer machten.
Und natürlich war es ihre Idee, Agnes, die Schwester von Günther ,zusammen mit mir einzuladen. Agnes inzwischen auch schon Mitte 80 wird demnächst von ihren Kindern mehr Hilfe gebrauchen, da sich eine Alterserkrankung gezeigt hat. Es war schön, auch sie nach langer Zeit wieder zu sehen. Es war heiß auf der Terrasse, und Liane war unermüdlich dabei, ihre Sonnenschirme-6 an der Zahl - so auszurichten, dass es uns gut ging, und wir keinen Sonnenbrand bekamen! Ja, das ist Liane, immer möchte sie, dass alle sich wohl fühlen!
Hans Georg hatte dann später die Gelegenheit, mir seine gesammelten Schätze, von der Erde und dem Universum zu zeigen und mit mir zu sprechen , was er und ich sehr genossen haben.
Das war der Sonntag: am Abend bin ich dann alleine ins thailändische Restaurant neben meinem Hotel zum Essen gewesen. Unsere Nichte Nicola, die ich gerne dabei gehabt hätte, war den ganzen Tag auf dem Sportplatz. Thailändisch zu essen war auch nicht so ihr Ding. So haben wir uns an diesem Abend nicht mehr getroffen.
Montag
Schon so lange, nämlich 55 Jahre, kenne ich Manfred. Wir saßen drei Jahre nebeneinander im Studium. Wir waren die beiden Beckers! Manfred ist unser Hauptkoordinator und Redakteur der GraimbergNews. Er und seine Frau Doris wohnen im Nordschwarzwald, und er bekommt ein wenig mehr von meiner Zeit. Außerdem brachte er mich auf die Idee, meine Reise nieder zu schreiben. „Schreib ein kleines Buch Claudia“so, meinte er.
Manfred, er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1.klasse , holte mich morgens aus meinem Hotel ab und fuhr mit mir nach Pforzheim. Es würde zu lange dauern, um all die kleinen Plätze und Aussichtspunkte aufzuzählen, die er mir zeigte. So schön hatte ich Pforzheim und den Nord Schwarzwald nicht in Erinnerung.
Nun lernte ich auch endlich seine Frau Doris kennen und das Redaktions Zimmer, wo die „Graimberg News“ entsteht.
„Du ziehst jetzt ein Los, Claudia, dann sehen wir, über wen das nächste Mal berichtet wird.“ Sepp und Fred aus Heidelberg! Die sollen es sein! Okay. Gut gemacht. Doris hatte inzwischen den Tisch gedeckt und was Leckeres gekocht. Das Essen und die Aussicht aus dem Fenster in ein weites Tal waren jedenfalls hervorragend!
Natürlich ging das Programm weiter. Manfred hat es sich ausgedacht, mit mir nach Bad Wildbad zu fahren. Es war heiß, mal wieder sehr heiß und so musste es ein schattiger Weg sein, die Enz floss kühlend an uns vorbei, und am Ende des Spaziergangs kühlte sie noch die Füße der Besucherin! Wie köstlich!! Der schöne Tag endete relaxend bei den beiden. Bis es an der Tür schellte.Draußen stand Helge, Neffe von Günther, und eingangs als Hobbydrechsler vorgestellt. Er arbeitet in Pforzheim und hat mich dann, ganz lieb von ihm,nach Bretten zurück gefahren. Aber zuvor fragte er Manfred noch, wie ich denn damals so gewesen sei: Manfred, im Beisein seiner Frau meinte darauf: „Schlank und ruhig!!!“Helge staunte! Ruhig? Claudia? Wirklich? Ja wirklich!!!!
Am Abend rief ich Gerlinde aus Neibsheim an. Wir beide arbeiteten circa drei Jahre zusammen in einem Zimmer im Landratsamt Jugendamt in Bruchsal Schloss Nordflügel. Durch Sie habe ich damals Günther kenngelernt ,da sie befreundet waren und im gleichen Dorf wohnten. Und sie ging den gleichen Weg wie ich, nämlich den, der Sozialarbeiterin, und begann ein Jahr nach mir in Heidelberg das Studium. Manfred war später ihr Chef und so kennen sich die beiden ebenfalls sehr gut.
Gerlinde war total von meinem Anruf überrascht und sagte sofort zu, mich zu treffen. So trafen sich zwei alte Freundinnen, die vieles verbindet an einem lauen Sommerabend auf dem Brettener Marktplatz. Sie beim Salat und ich bei Käse Spätzle, die wirklich gut waren, aber leider einen Obstler brauchten und noch spät in der Nacht zu spüren waren. Wir hatten natürlich wie immer viel zu erzählen und so hat es nicht lange gedauert und die Kellnerin wollte Feierabend haben. Gerlinde brachte mich zum Hotel durch die schönen Altstadt Gassen von Bretten . „Gute Nacht es hat sehr viel Spaß gemacht mit dir, liebe Gerlinde!“
Am nächsten Morgen wollte Liane mich noch gerne zum Frühstück einladen, bevor meine Zugreise an den Bodensee nach Konstanz begann. Sie hatte an alles gedacht und die Sonnenschirme waren auch alle wieder da und aufgespannt, was sie nicht wusste, war, dass Claudias Magen von den gestrigen Käsespätzle noch komplett gefüllt war. Schade!! Die Terasse hat es mir allerdings angetan. Sie war groß und von einer Mauer umgeben, auf der Liane große Kästen stehen hat mit viel Sträuchern (für die Bienen) und Blumen, die sie liebevoll versorgt.
Irgendwie hatte ich schon etwas Reisefieber. Ich war jahrelang nicht mehr Zug gefahren. Also brachen wir auf zum Bahnhof: „Du hast noch eine halbe Stunde Zeit,“ meinte Liane. „Kein Problem, ich setze mich an den Bahnsteig und ihr fahrt nach Hause.“…. „Aber hier steht ja ein Zug. Ein Zug mit Karlsruhe drauf.“ Zack war die Tür auf und der Koffer fast drin. Okay: zweiter Versuch! Liane gab alles und der Koffer war einfach sehr schwer für die zarte Liane.
Ich machte es mir erst mal gemütlich und schaute mir die vielen Stationen interessiert an. Nur, es dauert ja ewig! Kein Wunder, ich war in einen Bummelzug geraten und kein Schaffner in Sicht. Es wurde mir immer mulmiger!
Endlich fragte ich eine im aussteigen begriffene Frau nach dem Hauptbahnhof Karlsruhe.“ Ach, da müssen Sie jetzt sofort im Albtal Bahnhof aussteigen. Der Zug fährt nicht bis Hauptbahnhof!“
Uff……!Ich schnappte meinen Koffer, meinen Rucksack und meine Tasche und hastete aus dem Zug!. Danke, liebe Frau! Nun ging’s Holterdiepolter über die Baustelle ,über alte Stolpersteine und mehrere Ampeln zum Bahnhof. Kein Aufzug! Koffer hochschleppen! Da stand mein Zug nach Konstanz schon abfahrbereit . Schnell rein. Da ist ein Sitzplatz!
. Schnaubend nach Luft und vom Rennen musste ich mich erst mal ausruhen! Was war das jetzt für ein Stress gewesen! Aber Ende gut, alles gut auf nach Konstanz!
Bahnhof Konstanz :
So viele Menschen! Nichts wie raus!Mein Hotel liegt ja gleich neben dem Bahnhof. „Um drei können Sie einchecken. „“ oh, da sind ja noch einige Stündchen bis dahin“…. Schnell den Koffer deponiert und los zum Hafen.
Das Wahrzeichen von Konstanz die riesengroße „Imperia“ von Peter Lenk war als erstes im Blick. Ein Schiff war gerade angekommen und viele Menschen traten an Land. Nun war ich das erste Mal seit circa zehn Jahren plötzlich umgeben von so vielen Menschen. Fast beängstigend und ich fühlte mich gerade sehr alleine.
Ach ja, da war ja das „ Konzil“ .Ich kenne es noch von einer großen und besonderen Hildegard von Bingen Veranstaltung!“ Ich brauche jetzt etwas leckeres zum Essen“…… Soviele Emotionen!
„Bitte ,bitteschön, meine Dame, hier ist ihr Tisch…“ „Dankeschön, aber auf einem Barhocker möchte ich jetzt gerade nicht sitzen….““ Hier können Sie auch gerne Platz nehmen.““ Und was ist mit dem Tisch hier direkt an der Balustrade??“ fragte ich.“ Ja,da dürfen sie natürlich auch gerne sitzen.“, meinte ein netter Kellner. Okay! Das war nun der richtige Empfang! Hier kann ich erst mal entspannen und das muntere Hafentreiben aus gesicherter Position heraus betrachten. „ Einen Eiscafe bitte und ein Stück Kuchen“. So wollte ich es haben!
Um 15:00 Uhr war ich wieder im Hotel zum einchecken. „ Hier ihr Schlüssel, meine Dame. Dritter Stock bitte.“
Das Zimmer lag unterm Dach! Der Flur war heiß vom Sonnenlicht. Das Zimmer sehr hübsch, aber Mini und am Fenster war ein Schild angebracht. „ Bitte nicht öffnen.“
Oh nein, eine Honeymoon Suite kann ich gerade nicht gebrauchen!
Das dritte Mal an diesem Tag kam ich an meine Grenze! Koffer, Rucksack, Tasche… Fahrstuhl zur Rezeption. Schlüssel zurück.“ Ich hätte bitte sehr gerne ein anderes Zimmer!“ Nein, hier konnte ich nicht glücklich werden. Nach viel Computer schauen, bekam ich schließlich einen anderen Schlüssel und vermutlich ein Upgrade.
Welch eine Freude: mein Zimmer war groß, sehr schön und hatte zwei große Fenster zum Öffnen, Blick übern Bahnhof direkt auf den See! Voller Staunen betrachtete ich das bunte Segelboottreiben vor Konstanz. Bingo! Heute hatte ich alles, was ich wollte!
Der Abend kam; ich bekam Appetit auf was leckeres und schlenderte durch die Altstadtgassen von Konstanz. Viele Menschen, alle Menschen getrieben von der gleichen Sehnsucht, den warmen Abend draußen zu verbringen. Natürlich hatte ich schnell meinen Restaurant Favoriten gefunden.“ „Nein, meine Dame, sind Sie allein? Hier ist reserviert!“ danke! Ich gebe allerdings nicht so schnell auf. Um die Ecke ging das Lokal ja weiter. Da war ein kleiner Tisch, genau richtig für mich und eine freundliche Kellnerin bat mich spontan, Platz zu nehmen. Also hatte ich doch noch Glück, und das Thema des Tages waren auch meine so geliebten Meeresfrüchte! Habe ich alles richtig gemacht heute trotz einiger Turbulenzen darf ich sagen : „ja“.👍
Mittwoch, der 16. 8.
Konstanz Meersburg, Insel Mainau
Das Wetter mal wieder viel versprechend! Da könnte ein Bootstürchen auf dem luftigen See doch das richtige sein. Nun war aber, um an ein Ticket zu kommen, erst mal „ Schlange“ angesagt .Alles Frauen! Und man glaubt nicht, welche Themen schon am frühen Morgen in dieser „Schlange“ besprochen wurden !
Lange studierte ich die einzelnen Reiserouten und dann entschied ich mich für Meersburg und die Insel Mainau.
Meersburg war schnell erreicht. Ich blieb auf dem Schiff, das dann eine meiner Lieblingsinseln, die Insel Mainau ansteuerte. Natürlich wie alle „Touris“ ,bestaunte ich die vielen kleinen Lädchen und in einem davon kaufte ich für meine Enkelin Mila ein Armbändchen.
Langsam und voller Vorfreude auf das Schloss, spazierte ich durch die gepflegten Wege, die mit Blumen umsäumt waren. Ich machte Erinnerungsfotos… Da war die Schlosskapelle mit den Tafeln der Bernadottes! Mit einem Gruß und ein Dankeschön an den lieben Gott, machte ich mich auf, das Schloss zu besuchen. Aber was war hier los?
Überall Baustellenschilder und wo war der Eingang? Ich suchte nicht weiter, denn neben der Kirche zog mich ein schmaler Weg magisch an: Himmlisch! Hier stehen Tische, und einer wurde gerade frei. Mein Tisch stand unter einem hohen und auch an der Seite heraus gewachsen, Gingkobaum und das kleine Kärtchen auf dem Tisch versprach einen köstlichen RosenBlüten Cocktail! Ja, der muss es jetzt auch sein, und eine nette Kellnerin brachte ihn mir gleich mit einem herzlichen: „Geniessen sie es“.Das tat ich sehr gerne
und zeichnete dann auch noch diesen Cocktail. Hobby und Genuss!.
Heute ist ein guter Tag. „Aber, liebe Kellnerin, wo ist denn nun der richtige Eingang zum Schloss?“ Sie lachte.“ Wenn sie gehen, dann laufen Sie einfach hinter mir her. Mit mir kommen Sie dahin!““ Freut mich sehr, liebe Frau“. Und schon stand ich im Schloss Café und sah die traumhaften Tortenstücke. Natürlich war auch eine Schwarzwälder Kirschtorte dabei. Aber nicht so geht’s weiter: ich studierte die ausgestellten Bücher und entschied mich spontan ein Taschenbuch über die russische Mutter von Graf Lennart Bernadotte zu kaufen: vom Zarenpalast zu Coco Chanel“, so war der Titel.“ Und wo ist die Hutausstellung?“ „ Oh, die ist leider geschlossen. Wir vermuten, die Künstlerin ist gerade auf einer Messe!“ „ Schade, dachte ich. Die Hüte habe ich bei meinem letzten Besuch als absolut bemerkenswert empfunden. Gerne hätte ich mir die neuen Werke angeschaut.
Es war Rosenzeit auf der Mainau und man konnte sich kaum entscheiden welche der Rosenumsäumten Wege man gehen soll… ich zwischen Rosenbüschen und mit meinen Farben…. So, da hat mich mal wieder jemand ungefragt fotografiert…. Aber hier wird auch fleißig geknipst: Zwei Objekte d.h. zwei Kleider gearbeitet aus hunderten von Blüten verführten dazu, sich darin fotografieren zu lassen. Mittels einer kleinen Leiter „stand“ man im Kleid. Jetzt noch den Sonnenschirm in die Hand . Voila. Tolles Foto!
Ich träumte noch eine Weile so vor mich hin und beinahe hätte mich einer der vielen Rasensprenger erwischt ! Ich schaute auf die Uhr. Gleich sollte ein Schiff nach Konstanz abgehen. Vielleicht sollte ich damit fahren. Langsam schlenderte ich die lange Gangway und… Zusammen mit einem jungen Pärchen, waren wir die letzten Passagiere! Zack. Anker lichten und los ging’s. Oh, das ging gerade noch mal gut!
Mein Schiff fuhr wieder diese gigantische Meersburg an. Ich stieg aus. Oh nein, es war so brütend, heiß und schwül, dass ich tatsächlich keine Lust hatte, die Stadt hügelwärts zu besuchen. Ein Blick auf die Abfahrtspläne sagte mir dann, dass in circa 20 Minuten ein weiteres Schiff nach Konstanz fuhr. Ich war längst nicht der einzige Gast auf dem Schiff, aber ich spürte unmerklich, dass ich wenig Außen Kontakte und einfach so still vor mich hin träumen und genießen wollte.
Konstanz war bald wieder erreicht ich machte mich auf dem Zimmer etwas frisch und hatte die Idee, heute Abend mal früher auf Restaurant Pirsch zu gehen. Ich hatte auch Erfolg und war in einem sehr jungen und hippen Laden gut aufgehoben. Leider weiß ich nicht mehr was ich gegessen habe. Es hat aber sehr gut geschmeckt. Ich bummelte noch zum Hafen und… Der Abend war wieder lau und schön, so dass sich manche Musiker zusammen setzten und ihr Publikum hatten! Wenn ich „romantisch“ sage, dann verstehst du, was ich meine…?
Später am Abend besuchte ich noch „ Hans im Glück“ direkt neben meinem Hotel und as seit vielen Jahren mal wieder einen Burger. Er schmeckte so lecker und das Fleisch war sehr saftig.
Donnerstag der 17.8. Höri , Sepp, Beatrice, Hirschen in Horn und Albert und Ernestine.
Der Donnerstag war der Höri gewidmet.
Ich wollte unbedingt noch mal im See, an meinem alten Badeplatz baden gehen. Ich hatte damals diesen Badeplatz gemalt und er war zweimal das Hauptbild bei meiner Ausstellung im Regierungspräsidium in Köln Und im Rathaus/Touristik Information in Gaienhofen.
Ich setzte mich in Konstanz in den Seehas und fuhr nach Radolfzell und dann mit dem Bus weiter nach Gaienhofen.
Sogleich war ich wieder in meiner altvertrauten Umgebung und spazierte über das Schloss -Schulgelände in Richtung See. Aber, wo war die Stelle, von wo man zu meinem alten Platz kam? Brombeerbüsche waren so gewaltig gewachsen, dass nur noch ein schmaler Weg zu sehen war und dann: mein Badeplatz war nur noch eine 5 × 5 m große Steinfläche! Aber noch gab ich nicht auf. Ich zog meinen Badeanzug an und stapfte vorsichtig über die Steine in Richtung Wasser!! Oh Puh, wie rutschig war hier alles ! Und das Wasser, in dem ich schwimmen wollte also im See ,das war noch weit weg!
Irgendwie traurig gehe ich zurück. Legte mich, was ziemlich unbequem war, auf mein Handtuch und schloss die Augen. Es war einfach zu gefährlich, ohne Badeschuhe über diese von Moos und algenbewachsenen Steine zu gehen.“ Wenn ich hier stürze,“So meine Gedanken „kann mir niemand helfen, weil hier ja auch niemand war! Wo sollte ich hier Badeschuhe herbekommen? Sehr schade Claudia“, sagte ich zu mir und machte mich auf den Weg zu dem kleinen Bistro am Steg am See.
Hier ist eine neue Wirtin und auch recht freundlich hier alles. Viel besser als vor zwölf Jahren. Ich setzte mich an einen der Tische mit den vielen Sonnenschirme, schaute auf mein Handy, und oh Schreck, ich hatte nur noch ganz wenig Batterie und natürlich kein Ladekabel mit! Mit dem Handy wollte ich in Balisheim anrufen.
Ich sollte jetzt mal kurz Balisheim und was es für mich bedeutet, erklären. Balisheim war der Ort, wo Ernestine und Albert Burkart Ferienwohnungen in einem historischen Gutshof vermieteten. Auch an uns, als unsere Kinder noch klein waren und wir der Ansicht waren, dass sie das Leben auf einem Bauernhof kennenlernen sollten. Später waren wir sehr häufig auf Balisheim, bei den Musikabenden und einfach so, weil wir Freunde wurden und gerne Zeit miteinander verbrachten. Auch in den Jahren, wo Ernestine einen schweren Schlaganfall bekam und von Albert mit dem Rollstuhl gefahren wurden. Albert war die Seele von Balisheim und eine „ konvulsivische Jungfrau“, die es immer verstanden hat, Menschen miteinander zu verbinden.
Einen Abend mit vielen Menschen und Musikern werde ich auch nie vergessen. Plötzlich standen Albert und Beatrice vor mir. „Ja?“
„Für Dich“ und sie sangen aus dem Bajazzo „ Warum bist Du gekommen,wenn Du schon wieder gehst, Du hast mein Herz genommen und nimmst es wieder weg.?“
Wir nennen das Lied die Balisheimer Hymne , die auch Ernestine als sie „ging“ von allen zum „Abschied“ „gesungen bekam.
Günther und ich singen es heute noch….
Wir haben über die Burkarts 1999 unsere Wohnung in gaienhofen im Erlenlohweg gefunden, da sie von den Burkarts als Bauherren gebaut wurde.
Ich setzte schnell noch einen Anruf an Andreas ab und bat ihn für mich, Beatrice Eickhoff anzurufen. Ich sei noch circa 1 Stunde beim Kiosk am See und wenn Sie Zeit hätte, könnten wir uns da treffen .
Gott sei Dank wurde mein Handy von der netten Wirtin und deren Sohn inzwischen aufgeladen. Nun war ich aber erst mal der Kommunikation beraubt, und nach circa 20 Minuten holte ich mir mein Gerät wieder, und ich sah eine Nachricht von Beatrice:“ Ich komme für ne halbe Stunde... Reicht uns das?“
Aber natürlich und schon war sie auch da. Wir freuten uns beide riesig und umarmten uns. Hatte ich sie doch mindestens zwölf Jahre nicht mehr gesehen… Verändert hat sie sich kaum. Beatrice ist Architektin, Künstlerin, Naturfreundin,Pferdebesitzerin und Sängerin. Außerdem war sie in unserer Bodenseezeit Eigentümerin der Wohnung über uns. Sie ist mit BALISHEIM fest verwurzelt und ein Sohn von ihr gehört zusammen mit seinen Stiefgeschwistern zur jungen dritten Generation. Wir sprachen sehr viel über Albert Und sein baldiger Tod nach dem großen Brand, bei dem das 700 Jahre alte Gutshaus sowie die große Treffpunkt -Scheune komplett abgebrannt ist. Der große Schmerz darüber hat ihn deprimiert und schnell altern und krank werden lassen.
Aber sie hatte auch eine gute Nachricht für mich und sie zeigte es mir so gleich auf dem Handy. Das Wohnhaus mit Ferienappartement wird so langsam fertig gestellt und sie wird mir das Einzugsdatum mitteilen. Sie ist die Architektin und hat die Baupläne gemacht.
Ja das war ein schönes Treffen nach so langer Zeit… Und wir beide meinen doch noch mit einem guten Ausgang!
Ihre Pause war nun auch zu Ende, und sie fragte mich, wo sie mich mit dem Auto absetzen kann. „ Magst du noch auf den Friedhof und zum Grab von Ernestine und Albert gehen“ ?„ Aber natürlich, das ist eine gute Idee. „Auf Wiedersehen, liebe Beatrice und ich danke dir, dass du so spontan meiner Einladung gefolgt bist.“
Der Friedhof von Horn ist ein verwunschene Ort! Man hat von hier aus einen herrlichen Blick über den Untersee. Und so stand ich schnell am Grab der beiden, und mein Blick ging über die Mauer hin zum See……
Gleich ein paar Schritte weiter war ich auch schon an einem weiteren früheren Lieblingsort von mir, nämlich dem „ Gasthaus zum Hirschen“. Ein ganz besonderes Refugium und inzwischen ein Wellness Hotel der exklusiven Art.
Ich hatte nämlich Appetit bekommen und landete im wunderschönen Biergarten des traditionsreichen Restaurants. Ich fand einen schönen, schattigen Tisch in der Nähe eines sprudelnden Brunnens .Heiss, war es ja immer noch !
Das Wasser war erfrischend.
Günther hat hier immer gerne einen Wurstsalat gegessen und das tat ich dann auch. Meine Gedanken gingen zurück an unsere schöne Zeit am See und an all die Besuche hier und den Gesprächen mit den vielen Gästen. Es war immer unser Lieblingslokal gewesen und besonders an den Donnerstagen, an denen es im Biergarten immer Konzerte gab . Zum Beispiel auch mit der singenden Wirtin. Auch Beatrice hat dort oft gesungen und Gitarre gespielt. Bruno Epple, ein vor kurzem verstorbener Höri Maler, saß an unserem Tisch, und es wurde viel erzählt und gelacht. Dort lernten wir auch einen Mann kennen, der bei „Wetten das“ als BiertischBeisser“ aufgetreten ist und die früh verstorbene Schauspielerin Heidi Brühl kannte, der ich angeblich ähnlich sah???!!! 😉
Nach diesem Erinnerungsausflug suchte ich die nächste Bushaltestelle auf und fuhr nach Radolfzell zurück und mit dem Seehas nach Konstanz.